Wie gelingt der Weg in die eigene Praxis? Welche finanziellen Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Welche Herausforderungen bringt eine Niederlassung mit sich? Antworten auf diese Fragen erhielten Medizinstudierende der Medizinischen Fakultät OWL bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Volksbank in Ostwestfalen eG und MED OWL im Pioneers Club in Bielefeld. Dabei wurde deutlich: Es lohnt sich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen – nicht nur finanziell!
Dr. Dr. Alexander El Gammal, niedergelassener Hausarzt in Bielefeld, schildert seinen Weg in die Praxis: Nach der chirurgischen Ausbildung und Forschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf war er zunächst in der Medizintechnik tätig. „Aber ich habe bald gemerkt, dass ich die Medizin vermisse und die Möglichkeit genutzt eine Hausarztpraxis in Bielefeld-Hillegossen zu übernehmen.“ Dr. Dr. El Gammal sprach sowohl über die Herausforderungen als auch über die Chancen, die die Niederlassung mit sich bringt. „Hier habe ich die Möglichkeit, Versorgung so zu gestalten, wie ich sie mir vorstelle“. Und deshalb ist er auch an der Gründung des Start-ups „Bright Medicus“ beteiligt, das zeigt, wie sich die Zukunft der Arbeit als Ärztin bzw. Arzt und unternehmerisches Denken erfolgreich verbinden lassen.
Wie groß die Zahlen bei einer Praxisgründung oder -übernahme tatsächlich sind und welche Verdienstmöglichkeiten es gibt, machte Peter Obermark, langjähriger Berater für Ärztinnen und Ärzte bei der Volksbank in Ostwestfalen eG, konkret. Er gab einen Einblick in die Finanzierung einer Praxisgründung und zeigte auf, welche Fördermöglichkeiten angehenden Praxisinhaberinnen und -inhabern zur Verfügung stehen. Des Weiteren sorgten Hinweise auf finanzielle Fördermöglichkeiten sowie realistische Einkommensperspektiven bei den Studierenden für großes Interesse.
„Viele angehende Ärztinnen und Ärzte unterschätzen die Unterstützungsmöglichkeiten, die es bei einer Praxisgründung gibt. Natürlich geht es um hohe Investitionen – aber mit einer guten Planung ist das finanzielle Risiko gut kalkulierbar“, betonte Obermark. Sein Fazit: Die Niederlassung sei kein finanzielles Wagnis, sondern eine realistische und attraktive Karriereoption.
Die Medizinstudierenden nutzten die Gelegenheit, um ganz individuelle Fragen zu stellen. Während einige bereits konkrete Pläne für eine spätere ambulante Tätigkeit verfolgen, verschafften sich andere zunächst einen Überblick über die Möglichkeiten. Im offenen Austausch mit den Referenten zeigten sie ihr Interesse an einer Tätigkeit in der Niederlassung und den Möglichkeiten einer modernen Praxisorganisation.
Die Veranstaltung machte deutlich: Der Weg in die eigene Praxis ist anspruchsvoll, aber gut planbar. Mit fundierten Informationen, kompetenter Beratung und Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen kann die Niederlassung erfolgreich gelingen. Die Medizinstudierenden konnten viele neue Impulse für ihre berufliche Zukunft in der ambulanten Versorgung mitnehmen.






